Erfolgreicher Abschluss in Bratislava

Die Europameisterschaften in Bratislava sind vorbei – mit meinem siebten Platz bin ich sehr zufrieden. Immerhin ist es mein bestes Europameisterschaftsergebnis. Weniger erfreulich waren die Begleitumstände. Inzwischen hat ein Gespräch mit dem Verband stattgefunden, bei dem eine offizielle Entschuldigung ausgesprochen wurde. In einigen Medienberichten war sogar von "Eskapaden und Alleingängen" die Rede. Hierzu kann ich sagen, dass ich mir keiner Schuld bewusst bin. Was damit gemeint sein könnte, weiss ich nicht. Hier steht eine Stellungnahme der Bundestrainerin noch aus. Nicht nur auf dem Eis trainiere ich gewissenhaft, auch mein Studium verfolge ich mit Ernsthaftigkeit. Da ist für Eskapaden kein Platz und keine Zeit. Die unschönen Szenen vor dem Kurzprogramm konnte ich zum Glück ausblenden. Natürlich war es nicht schön, als deutsche Leistungssportlerin die deutsche Teamjacke nicht zu tragen. Aber ich trage Deutschland im Herzen – nicht nur auf der Jacke. Unabhängig davon, welche Jacke ich überziehe, laufe ich FÜR Deutschland und für meine Fans. Für mein Land versuche ich immer das Beste zu geben. Natürlich ist es gut, den Teamgeist fördern zu wollen. Aber Eiskunstlaufen ist immer noch eine Einzelsportart – anders als beispielsweise Handball oder Fussball. Die individuellen Bedürfnisse eines jedes einzelnen Sportlers sollten hier berücksichtigt werden und die Leistungen auf dem Eis im Mittelpunkt stehen. Das sollte bei allem Willen zur Teambildung nicht vergessen werden. Abschliessend möchte ich mich bei allen Unterstützern und Fans bedanken: Ihr wart grossartig! :) Ein ganz besonderes Dankeschön geht an meinen Trainer Peter Szypa, der mich optimal auf den Wettkampf vorbereitet und mich in dieser schwierigen Situation super unterstützt hat. Jetzt freue ich mich auf die bevorstehende WM in Boston – und da werde ich ebenfalls mein Bestes geben!

EM in Bratislava - Heute Kür!

Nach meinem Kurzprogramm, das mir richtig viel Spaß gemacht hat, liege ich mit 57,36 Punkten auf dem siebten Rang. Heute geht es dann mit der Kür weiter. Ich habe Startnummer 19. Einlaufzeit beginnt für mich um 20.04 Uhr. Ich freue mich schon auf die Kür und möchte allen ein schönes Programm zeigen. Über reichlich gedrückte Daumen freue ich mich natürlich ;)

Klarstellung zur Pressemitteilung

Momentan kursiert eine Pressemitteilung, wonach ich unentschuldigt einer Teamsitzung ferngebleiben sei. Ich werde mich ausführlich nach meinem Wettkampf dazu äussern. Doch vorab sei schon einmal Folgendes richtig gestellt: Ich habe mich ordnungsgemäss bei der Bundestrainerin abgemeldet, der Teamleiter Martin Skotnicky war ebenfalls informiert! Ich habe am gestrigen Mannschaftsabend nicht teilgenommen, da ich mich optimal auf mein Kurzprogramm vorbereiten wollte. Da heute bereits ein frühes Training auf dem Programm stand (Aufstehen bereits um 5.30 Uhr), habe ich mich dazu entschieden, früh schlafen zu gehen. Jeder Sportler sollte das Recht haben, sich optimal auf seinen Wettbewerb vorbereiten zu können – dazu gehört natürlich auch ausreichend Schlaf und den Kopf frei zu haben für eine stressfreie Vorbereitung. Leider wurde durch diese Vorgänge die geplante Vorbereitung erheblich beeinträchtigt.

Auf dem Weg zur EM nach Bratislava

In den letzten Wochen und Monaten hat sich viel getan.

Nach einer langen Sommerpause (ich hatte acht Wochen lang kein Eis zum Trainieren zur Verfügung), konnte ich endlich wieder ins Training einsteigen. Mit meinem neuen Choreographen Edoardo de Bernadis habe ich meine aktuellen Programme einstudiert: "Feeling good" von Michael Bublé als Kurzprogramm und "Méditation de Thais" als Kür.

Das Training musste ich aufgrund der Verletzungen in der vergangenen Saison langsam aufbauen. Die ersten internationalen Wettbewerbe waren dann für mich die Nebelhorn Trophy in Oberstdorf (9.Platz mit 138,65 Punkten); Coupe de Nice, Challenge Cup und die Tallinn Trophy (6.Platz mit 150,75 Punkten).

Im Dezember bin ich bei der Deutschen Meisterschaft in Essen gestartet. Nach einem leider nicht ganz fehlerfreien Kurzprogramm lag ich vor der Kür auf dem dritten Platz. Aber mit dem Sieg in der Kür konnte ich mich auf den zweiten Platz mit insgesamt 163,11 Punkten verbessern und holte mir den Deutschen Vizemeister-Titel.

Mit einer guten Leistung habe ich die Qualifikation für die Europameisterschaft in Bratislava gewonnen. Am Mittwoch (27. Januar) beginnt das Kurzprogramm um 10.15 Uhr, die abschliessende Kür startet am Freitag, 29. Januar ab 18 Uhr. Ich freue mich auf diie EM und habe mir einen Platz in den Top Ten zum Ziel gesetzt. Ich fühle mich gut und möchte zwei schöne Programme zeigen – schliesslich geht es auch um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft.

Sobald die Startnummern ausgelost sind, werdet Ihr hier meine Startzeit für das Kurzprogramm finden.

 

Ein Blick zurück

Die vergangene Saison lief leider absolut nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Statt der Teilnahme an Wettbewerben stand Verletzungspech auf dem Programm.

Bereits mein Start an der Deutschen Meisterschaft in Stuttgart stand unter keinem guten Stern. Aufgrund einer Rückenverletzung konnte ich erst kurz vor der Meisterschaft wieder ins Training einsteigen. Erst wenige Tage vor dem Beginn der Wettbewerbe habe ich mich dann entschieden, in Stuttgart aufs Eis zu gehen. Am Ende wurde ich Zweite und Deutsche Vizemeisterin.

Vor den Europameisterschaften in Stockholm erwischte mich dann eine heftige Erkältung. Dadurch musste ich meine Trainingseinheiten zur Vorbereitung auf die Meisterschaften reduzieren. Da fehlte in Stockholm am Ende einfach die Kraft, um meine Leistung wie gewünscht zu bringen. Trotzdem konnte ich noch den zwölften Platz erreichen.

Eine Woche nach der Europameisterschaft in Stockholm ging es zum nächsten Wettbewerb: die Universiade in Granada. Kaum angekommen, hatte ich mit einer Fußverletzung zu kämpfen. Schon in der Kurzkür wurden die Schmerzen so stark, dass ich keinen Sprung mehr vernünftig aufs Eis bringen konnte. Zur Kür bin ich schweren Herzens verletzungsbedingt nicht mehr angetreten.

Nachdem mich dann auch noch die Grippewelle erwischt hat, habe ich in dieser Saison wohl so ziemlich alles mitgenommen, was man sich als Sportler nicht wünscht.

Aber jetzt ist - toi toi toi - alles überstanden und ich kann mich voll auf die neue Saison konzentrieren und mein Training wieder aufbauen.

Mit welchen Wettbewerben es weitergeht, erfahrt Ihr wieder hier auf meiner Homepage.